AG00350_.GIF (6024 Byte)Meine erste große USA-Reise

Mein Name ist Timo Scholtz. Ich bin 14 Jahre alt und habe mit meiner Familie im Sommer 97 eine fünfwöchige Wohnmobiltour durch den Westen der USA unternommen. Hier ist nun mein Reisetagebuch:

 

1.Tag

Sonntag, der 06.07.1997

Am Sonntagmorgen um 4:30 Uhr stehen wir in Meschede auf, um den Flieger nach Amsterdam um 7:20 Uhr zu erreichen. Noch etwas schlaftrunken werden wir von unserem Bekannten Kalli nach Dortmund chauffiert. Um 7:20 Uhr geht es dann ohne große Verspätung ab nach Amsterdam. Dort müssen wir erst einmal einen etwa dreistündigen Stop in Kauf nehmen. Dann geht es weiter nach Los Angeles. Unsere Boeing 747 ist leider sehr, sehr eng, so daß wir einen anstrengenden 12 Stunden-Flug vor uns haben. Nachdem wir in dieser Nacht fast nicht schlafen können, kommen wir in Los Angeles um 13:30 Uhr Ortszeit an. Völlig erschöpft müssen wir dann noch ca. 1 Stunde warten, bis uns ein Taxi zu unserem schon im Voraus gebuchten Hotel abholt.

Dann schlafen wir erst einmal eine Runde. Um 16:00 Uhr stehen Papa und ich dann noch einmal auf, um einen kleinen Einkaufsbummel zu machen. Nachdem sich Papa noch einen neuen Pullover gekauft hat, suchen wir verzweifelt nach einem Lebensmittelgeschäft, um für den nächsten Morgen ein paar Sachen zu essen zu kaufen. Dies gestaltet sich schwierig, da fast alle Geschäfte schon geschlossen haben. Als wir es eigentlich schon aufgeben wollen, sehen wir vor unserem Hotel in einer Seitenstraße ein Lebensmittelgeschäft. Nach den ersten in Cash ausgegebenen Dollars geht es zurück ins Hotel, wo Maren und Mama immer noch friedlich schlafen. Wir legen uns dazu und schlafen nach ein paar Minuten ebenfalls todmüde ein.

 

2.Tag

Montag,der 07.07.1997

Am nächsten Morgen holt uns um 9:30 Uhr das Shuttle von El Monte (unserer Wohnmobilverleihfirma in Los Angeles) ab und bringt uns in den Stadtteil El Monte, um dort unser vorgebuchtes Wohnmobil abzuholen. Es wird uns von einem Helfer alles erklärt, was für die Bedienung des Womos wichtig ist. Unser Wohnmobil ist ein sehr neues Modell der Firma Jamboree (Rallye). Es hat: Mikrowelle, Backofen, Klimaanlage, Generator, 1-A Kühlschrank + Gefrierschrank und eine extra Schlafgelegenheit im hinteren Teil des Wohnmobils. Ansonsten ist alles wie bei unserem Wohnmobil zu Hause. Nachdem wir alles eingepackt und inspiziert haben, gibt’s den ersten amerikanischen Cheeseburger für 0.99 $. Als dieser vernichtet ist, fahren wir so schnell wie möglich aus Los Angeles heraus. Ab geht’s auf dem Highway 10 nach Hollywood, wo wir natürlich hoffen, Thomas Gottschalk, Pamela Anderson, Michael Jackson, die Backstreet Boys und - na klar - Arnold Schwarzen-egger etc. etc. zu treffen. Leider ist dies nicht der Fall, aber dafür latschen wir über die in den Boden gesetzten Sternchen von Marylin Monroe, Arnie, Michael Jackson etc. Als wir etwa die Hälfte der ca. 2000 Sternchen gesehen haben, geben wir entkräftet auf und müssen uns mit einem Schnellimbiß bei Mc Donald’s stärken. Dann geht’s ans Meer. Aber nicht an irgend einen Strand. Nein, wir fahren natürlich an den Venice Beach. Das ist der Strand in Los Angeles, wo sich die Super- Bodys männlicher Halbaffen und eingebildeter Frauen in Inlineskates zwängen und die tollsten Kunsstückchen vorführen. Zwischendurch sieht man auch ein paar angetrunkene Nichtseßhafte, die versuchen mit "Motherfucker" u.ä. Sprüchen die Aufmerksamkeit der anderen zu erhaschen, was ihnen aber nur höchst selten gelingt, da man in Amerika an solche Art von Sprüchen gewöhnt ist oder die Sprüche auf taube Walkmanohren stoßen. Der Strand ist trotzdem sehr schön. Leider spielt die Wassertemperatur des Pazifischen Ozeans meistens aber nicht wie gewünscht mit. So müssen wir uns mit dem ersten Mal im Pazifik schwimmen noch etwas gedulden. Als wir dann auch noch die aus dem Fernsehen bekannten Lettern von Hollywood auf dem Berg sehen, sind wir in dieser Hinsicht gesättigt. Nach ein bißchen Beverly Hills geht’s ab Richtung San Bernadino. Wir haben in Los Angeles leider keine Möglichkeit mehr, etwas einzukaufen, was dringend nötig gewesen wäre, weil wir unser Wohnmobil nur so gemietet haben, daß wir losfahren können. Dies beinhaltet einen vollen Benzintank, der bei der Rückgabe neu aufgefüllt sein muß, einen vollen Gastank und eine Toilettenchemikalie. Wir hätten uns alles andere bei der Verleihfirma mieten müssen, was dann 4 Gabeln, 4 Messer, 4 Löffel, Teller, Bettdecken und Laken beinhaltet und alles in allem für 5 Wochen dann 240 DM gekostet hätte, was natürlich viel zu viel ist. So sind wir froh, daß wir um 20:55 Uhr neben dem Highway noch einen "Mall" finden, indem wir wenigstens noch etwas zu Essen für den nächsten Morgen bekommen. Dann fahren wir weiter Richtung San Bernadino bzw. Las Vegas was eines unserer mit sehr, sehr vielen Höhepunkten gespickten Reise werden soll. Vor Las Vegas aber wollen wir noch ins Death Valley. Kurz vor San Bernadino wollen wir dann übernachten, wozu wir uns einen sehr schönen Stellplatz suchen, der trotz seiner ungeraden Lage nicht viel von seinem Reiz verliert.

 

3.Tag

Dienstag, der 08.07.1997

Heute morgen düsen wir ins Death Valley. Wir werden zwar von unserer Verleihfirma davor gewarnt, ins Death Valley zu fahren, aber wir riskieren es trotzdem. Hätten wir eine Reifenpanne, Motorschaden etc. gehabt, wären wir nicht versichert gewesen und hätten den Schaden selber bezahlen müssen.

Unser Risiko wird aber vielfach wieder ausgezahlt. Diese Landschaft ist so bizarr , daß man sie einfach gesehen haben muß. Die dazu passenden überdimensional heißen Temperaturen unterstreichen dieses Landschaftsbild sehr deutlich. Die Landschaft ist zwar sehr traurig und einsam, aber trotzdem sehr eindrucksvoll. Mitten in dieser Wüste finden wir ein Holliday Inn unter Palmen. Der dazugehörende Campingplatz hat zwar eine nicht so üppige Vegetation, bietet aber dennoch ein bißchen Schatten, den wir in der Hitze auch sehr benötigen.. Dann übernachten wir im auf einem Campground im Death Valley.

 

4.Tag

Mittwoch, der 09.07.1997

Am nächsten Tag steigt die Temperaturkurve auf etwa 56°C. Das sehr angenehm klimatisierte Visitor Center ist äußerst interessant gestaltet und informativ.

Dann aber fahren wir in das Spielerparadies der Welt -Las Vegas-. Mitten in der Wüste gelegen, ist es eine riesige Glücksspielstadt geworden. Dies ist alles entstanden, als Nevada Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das Glücksspiel erlaubte, das Alkoholverbot aufhob, und man ab 21 Jahren Alkohol zu sich nehmen durfte. Außerdem wurden alle Heiratsregeln auf ein Minimaß zurückgeschraubt. Als Las Vegas Ende des neunzehnten Jahrhunderts gegründet wurde, dachte man, es als Vergnügungsstätte für die Bergarbeiter zu benutzen, damit die ihr hartverdientes Geld gleich wieder ausgeben konnten, was sie sonst in der Wüste nicht tun konnten. Nach diesen -oben erläuterten- Regeln wuchs Las Vegas innerhalb weniger Jahre auf über eine Millionen Menschen hinaus.

Als wir in Las Vegas angekommen sind, werden wir von der Imposanz der Gebäude überwältigt. Nachdem wir den Boulevard einmal rauf und runter gefahren sind, fahren wir schließlich auf den Campingplatz des Circus Circus, der uns von Freunden empfohlen worden ist. Die Hotel- und Campingplatzpreise sind in Las Vegas sehr günstig, da man sich nur auf das Glücksspiel spezialisiert hat und mit billigen Hotelpreisen die Kunden lockt, die dann das Geld, das sie im Hotel gespart haben, im Casino mit vollen Händen wieder ausgeben. Die Rechnung geht auf. So könnten wir für 17 Dollar auf dem zum Circus Circus gehörenden Campingplatz mit Swimming Pool und "Full Hookup" übernachten.

Am Abend nehmen wir uns vor, den gesamten Boulevard abzulaufen. Zunächst fahren wir mit einem Bus bis zum Anfang und laufen dann los. Im Hotel und Casino-Wirrwarr pilgeren wir von Casino zu Casino, bis wir plötzlich merken, daß wir schon 21:30 haben, die Buffets aber um 22:00 schließenen und wir noch nichts gegessen haben. So entscheiden wir uns zwischen all den Casinos, die erreichbar sind, für das Monte Carlo. Die Buffetpreise sind ebenfalls sehr billig. So können wir z.B. Getränke kostenlos nachbestellen.
Außerdem können wir soviel essen, wie wir wollen, so daß wir zum übereinstimmenden Urteil kommen, daß alle Amis, die in diesen Buffets sitzen, Stammkunden sind. Aber auch viele Amerikaner, die wir auf der Straße treffen, sind außerordentlich fett. Man kann also soviel essen, wie man will ("All U Can Eat"). Es gibt von panierten Hühnchenschenkeln, über Kartoffelbrei bis zu Fisch alles Essen, was einem einfällt. Die Buffets haben sogar Wackelpudding, Sahnetorte, Desserts und so weiter und so weiter.Und das alles für 10 Dollars p.P..

Als wir vollgefüllt weitergehen, tun uns schon die Fuße weh. Von dem ca. 5 km langen Boulevard waren wir da erst die Hälfte abgelaufen.

In einem Casino gibt es meist zwei Etagen. Die untere ist bis auf den letzten cm mit Slotmachines gefüllt. In der oberen Abteilung gibt es eine Kinderbelustigungsetage mit Circusvorführungen und ein paar Spielen, bei denen man ein paar Dollars schnell verliert und ein paar Stofftiere gewinnt. Leider dürfen Kinder die Slotmachines nicht bedienen. Die Casinos haben zum Glück 24 Stunden geöffnet.Um zwei Uhr morgens kommen wir wieder am Wohnmobil an. Dann fallen wir mehr tot als lebendig ins Bett.

 

5.Tag

Donnerstag, der 10.07.1997

Am nächsten Morgen -äh- Verzeihung Mittag steigen wir noch einmal in den Swimmingpool.

Nach dem Schwimmen fahren wir dann weiter, um zum Hoover Damm zu gelangen. Leider kommen wir erst am späten Nachmittag an. So sind wir zu spät, um einmal einen Staudamm von Innen anzuschauen. Leicht enttäuscht gehen wir zu unserem Wohnmobil zurück, das wir auf einem Parkplatz in der Nähe des Staudammes geparkt haben. So geht’s dann weiter Richtung Valley of Fire, wo wir eine sehr schöne Nacht verbringen.

 

6.Tag

Freitag, der 11.07.1997

Am nächsten Tag wandern Maren und Papa noch ein bißchen, was sich in der heißen Mittagssonne als schweißtreibend herausstellt.

Dann fahren wir weiter in unseren ersten Canyon. Es handelt sich bei diesem Canyon um den Zion Canyon. Er ist sehr interessant, obwohl er in Deutschland kaum bekannt ist. Am ersten Tag im Zion Canyon machen wir eine angebotene Tour auf dem Virgin River, der sich durch den Zion Canyon gefräst hat. Diese Tour besteht darin, daß wir auf einem Lastwagenschlauch den Virgin River ein ganzes Stück hinunterfahren und so einen ganzen Nachmittag verbringen. Man kann durch kleine Stromschnellen gleiten und wird dementsprechend naß. Trotzdem ist diese Tour völlig harmlos. Die Klamotten (+ Turnschuhe etc.) sind natürlich völlig durchnäßt. So kommen wir sehr entkräftet wieder beim Wohnmobil an. Am Abend finden wir keinen Campingplatz mehr und stehen so die zweite Nacht in den USA frei.

 

7.Tag

Samstag, der 12.07.1997

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir als erstes in das Visitor Center, dann in den richtigen Canyon, wo man hineinlaufen kann, aber nicht ohne daß man sehr nasse Schuhe bekommt, denn man muß durch teilweise sehr tiefe Wasserstellen waten.

An diesen Stellen ist der Canyon so eng.

Als wir zurückkommen, geht es weiter in den Bryce Canyon. Auf gewundenen Straßen fahren wir zwischen tollen Gesteinswänden auf den Weg zum Bryce Canyon, der uns von Freunden als sehr eindrucksvoll und imposant beschrieben wurde. Am späten Nachmittag kommen wir dann im Bryce Canyon an, wo eine Welt zum Vorschein kommt, die nicht anders zu beschreiben ist als absolut eindrucksvoll und imposant. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und mir kommt die Idee, daß wir uns vielleicht verfahren hätten und nun im Disneyland wären, wo uns dann eine Märchenkulisse erwartet hätte. Als sich aber auch dieser Gedanke als falsch herausgestellt hat, gehen wir an einen View Point, wo wir einen noch besseren Ausblick auf die bizarren Sandsteinformen genießen können. Als unsere gierigen Blicke gestillt sind, schwingen wir uns zurück ins Wohnmobil, um vielleicht doch noch einen Campground zu erhaschen. Leider bleibt uns dieser Wunsch versagt, und so müssen wir in den 10 Meilen unterhalb des Bryce Canyon gelegenen Ort Tropic zurückfahren, wo wir auf einen RV-Park verwiesen werden, der sich aber als zu teuer herausstellt, so daß wir zum dritten Mal frei stehen. Auf einem Schulhof in Tropic, wo wir übernachten, beschließen wir, am nächsten Tag eine Wanderung -die uns ebenfalls wärmstens empfohlen wird- zu machen. Sie führt durch den Bryce Canyon, so daß man sich die bizarren Sandsteingebilde einmal aus nächster Nähe ansehen kann. Wir haben wieder eine ruhige Übernachtung.

 

8.Tag

Sonntag, der 13.07.1997

Noch im Morgengrauen fahren wir die 10 Meilen zurück in den Bryce Canyon. Dort nehmen wir als erstes ein gutes Frühstück zu uns, um dann gestärkt den etwa 2-stündigen Trail anzutreten, der -passend zum Indianerland - Navajo Trail genannt wurde. Dieser Trail ist einfach toll. Die immer wieder in anderer Sonneneinstrahlung leuchtenden Sandsteingebilde übertreffen meine kühnsten Träume. Nach 2 Stunden Überwältigung pur kommen wir doch ziemlich erschöpft wieder am Wohnmobil an, da wir genau in der Mittagszeit gewandert sind.

Als wir uns am Bryce Canyon sattgesehen und anschließend das Vistor Center besichtigt haben, fahren wir weiter Richtung Lake Powell.

Auf dem Weg zum Lake Powell stehen wir nach einer beträchtlichen Fahrzeit plötzlich vor einer Schotterstraße, auf der man nur mit ca. 10 mph vorankommt. Auf

dieser Strecke sollen wir etwa 70 km weiterfahren, was wir wohlwissend lassen, da so etwas nicht unseren Nerven entspricht. Auf der Landkarte sehen wir mit Schrecken, daß wir eigentlich keine andere Möglichkeit haben. Aber da finden wir einen kleinen grünen Punkt auf unserer ADAC Karte, der sich als National Basin herausstellt. Also überzeugt Papa uns, daß wir in diesem Basin einen Tag zum Relaxen oder Briefeschreiben nutzen sollen. So beschließen wir, einen Tag auf dem Campground des National Kodachrome Basins zu verbringen und am nächsten Tag einen Teil der Strecke zurückzufahren um dann über eine asphaltierte Straße weiter Richtung Lake Powell zu fahren.
Der Kodachrome Campground ist erstaunlich voll, wir finden aber dennoch einen sehr schönen Platz. Leider ist ja immer noch Sonntag, und wir haben fast keine Vorräte mehr. Der zum Kodachrome gehörende Laden mit Lebensmitteln ist geschlossen, und von diesem Basin aus ist weit und breit keine Stadt in Sicht, die evtl. Lebensmittel auch am Sonntag verkaufen könnte. So lassen wir das und verbringen einen wunderbar ruhigen Tag.

 

 

9. Tag

Montag, der 14.07.1997

Schon sehr früh am Morgen fahren wir Richtung Lake Powell weiter und verlassen so den sehr zu empfehlenden Campground des Kodachome National Basins.

Papa fährt schon los, als ich noch schlafe. Erst müssen wir eine Strecke zurückfahren, um dann auf einem anderen Weg weiter Richtung Lake Powell zu fahren und so den unmöglichen Schotterweg zu umgehen. Auf dem Weg zum Lake Powell halten wir an einem der im Indianerland sehr häufig vorkommenden Indianerstände an, wo wir für ca. 60 Dollars sehr schöne, mit Hand gemachte Sachen erwerben, wie z.B. Halsketten, kleine Vasen etc. Dabei treffen wir auf eine sehr nette ältere Indianerin, die uns etwas über ihr Dorf und über indianische Geschichte erzählt, wobei man alles sofort versteht. Sie erklärt uns ebenfalls sehr viele indianische Symbole, die wir unten in der Postkarte noch einmal erläutert vorfinden.

 

Als wir diesen Indianerstand hinter uns gelassen haben, geht es dann aber doch noch zum Lake Powell. Endlich da angekommen, fahren wir als erstes auf den Parkplatz einer Bootsvermietungsgesellschaft. Dort gibt es Dolmetscher in fast allen dort anzutreffenden Sprachen, wie z.B. Französisch, Deutsch, Italienisch etc.. Als wir einen Prospekt mit den Preisen bekommen, müssen wir diesen erst einmal mit den anderen vergleichen, um sicher zu gehen, daß wir keinen Fehldruck in den Händen halten, denn die Preise sind einfach nicht mit einem Wort zu beschreiben. Für ein Hartschalenboot mit schwachem Motor sollte man für einen Tag um die 110 Dollars bezahlen. Für ein Hausboot der Luxusklasse für eine Woche ca. 5000 DM und für ein Hausboot mit Grundausstattung 1000 DM die Woche.

Dennoch ist der Lake Powell ein Erlebnis. Der künstlich aufgestaute See, der nur durch den Glen Canyon Staudamm entstanden ist, ist schon toll, denn immer wieder ragen Felsen aus dem Wasser, die von der vorherigen Einöde zeugen. Baden kann man im Lake Powell auch, wobei die mit Bojen abgesteckten Schwimmgebiete sehr großzügig aufgeteilt sind. In einem solchen Schwimmbereich gehen wir dann als erstes schwimmen. Anschließend fahren wir auf einen Campground, wo wir einen schönen Stellplatz reserviert bekommen.

Als wir dort uns etwas zur Ruhe setzen, kommt plötzlich eine Blondine an unser Wohnmobil und geht auf Mama zu und redet mit ihr. Hinter dieser geheimnisvollen Blondine steckt eine junge deutsche Frau, die als Au-Pair Mädchen ein Jahr in den USA verbracht hat. Sie freut sich, nach so einer langen Zeit endlich mal wieder Deutsch sprechen zu können und tut dies auch reichlich. Sie ist mit einer ganzen Gruppe auf diesem Campingplatz und macht mit ihnen so eine Art Abschlußfahrt durch die USA. In dieser Gruppe waren Koreaner und sehr viele Frauen anderer Nationalität, wobei unter den ca.10-12 Frauen auch ein Mann ist. Als Mama genug geredet hat, verbringen wir noch eine schöne Nacht am Lake Powell.

 

10. Tag

Dienstag, der 15.07.1997

Am nächsten Tag entschließen wir uns dazu mit einem Schaufelraddampfer eine etwa einstündige Tour auf dem Lake Powell zu machen. Der Schaufelraddampfer, der auch schon auf dem Mississippi gefahren ist, ist sehr gut gepflegt und wir haben viel Spaß, obwohl man nicht sehr weit auf dem See herumkommt, da der Schaufelraddampfer nur etwa 5 mph fährt, wie wir vom Kapitän erklärt bekommen. Nachdem wir diese Tour hinter uns gebracht haben, fahren wir weiter Richtung Glen Canyon Damm, wo wir eine Self Guided Tour machen wollen, die durch die Mauern des Staudammes führt und so Einblicke zuläßt, wie z.B. die riesigen Turbinen laufen. Nachdem wir auch diesen doch sehr eindrucksvollen Staudamm verlassen haben, fahren wir in den Grand Canyon. Durch die eine Stunde Zeitverschiebung ist es wieder Pazific Time statt der in Utah herrschenden Mountain Time. So haben wir also eine Stunde "gewonnen". Doch leider müssen wir diese Stunde auch bald wieder "hergeben", da wegen Straßenerneuerung wir fast exakt eine Stunde warten müssen. Nun müssen wir uns aber beeilen, um den Sonnenuntergang im Grand

Canyon noch zu erleben. So fahren wir etwas schneller als gewöhnlich Richtung Grand Canyon. Als wir die Tafel mit der Aufschrift des in Deutschland bekanntesten Canyons in Amerika sehen, sind wir erst sehr enttäuscht, da wir am Parkeingang nur Bäume sehen. Aber als wir dann am Felsabgrund an einem dieser überragenden Punkte stehen, sind wir mehr als überwältigt von dieser Naturkulisse, die wohl zu den schönsten Punkten der Erde zählt. An diesem Ausichtspunkt kann ich mich dann noch über eine deutsche Familie amüsieren, in der der Vater mit der Videokamera dieses Naturspektakel natürlich aufnehmen möchte. Als er seine Hannelore dann anfährt, sie solle sofort den Prospekt herausholen, den sie am Eingang des Parkes

erhalten hatten, weil er ja sonst nicht wüßte wo sie währen, wenn er zu Hause sein Video anschaute. Der Sohn meinte darauf, daß dieses Utah doch der schönste Staat wäre, weil nur sie so einen Grand Canyon hätten, worauf seine Schwester behauptet, wie doof er doch wäre. Das wäre doch gar nicht Utah sondern Arizona, was der Junge "als ist doch egal" betitelt.

Danach versuchen wir noch einen Campingplatz zu bekommen, was uns allerdings erst am nächsten Morgen gelingt, da erst dann ein eigentlich reservierter Platz frei geworden ist.

Dieser Campingplatz ist sehr schön. Wir verbringen hier zwei sehr ruhige Nächte.

 

Der Grand Canyon Nationalpark ist sehr gut organisiert, was bedeutet, daß ein Shuttle- Bus über den gesamten Park fährt. Dieser Shuttle Bus ist kostenlos. Außerdem gibt es ein Grand Canyon Village, in dem es einen großen und nicht zu teuren Supermarkt gibt. Außerdem gibt es im Grand Canyon Village ein Sportgeschäft, in dem man hauptsächlich Kletterartikel kaufen kann. Ebenfalls gibt es eine Postzweigstelle und ein Restaurant mit unmöglich hohen Preisen.

Am ganzen Rim, der Aussichtskante über dem Grand Canyon, befindet sich ein Gift-Shop nach dem anderen. Wir beschließen, am nächste Tag diesen Rim entlang zu laufen.

 

11. Tag

Mittwoch, der 16.07.1997

Wie am Vortag beschlossen, machen wir am zweiten Tag im Grand Canyon einen langen Spaziergang auf dem South Rim, wobei wir immer wieder in Versuchung geraten, in den scheinbar unzähligen Gift-Shops unser ganzes Geld für ein paar schöne Geschenke auszugeben. Doch so ganz kann ich der Versuchung nicht widerstehen und kaufe schließlich ein paar Postkarten und eine Flasche mit der Aufschrift Grand Canyon in einem dieser Gift-Shops. Wenn man den ganzen Rim entlangelaufen ist und beinahe keinen Gift-Shop ausläßt, sind normalerweise ca. 2-3 Stunden verstrichen, was einen später dann doch verwundert. Dank des Shuttle- Services kommen wir letzten Endes wieder zu unserem Campingplatz. Dank Papa haben wir ja einen neuen Stellplatz bekommen, was sehr schwierig war, da die meisten Campingplätze schon im Voraus gebucht sind. Doch das wollten wir nicht machen, denn am Anfang unserer Reise konnten wir ja nicht sagen, wann genau wir am Grand Canyon sein würden. So spielen wir noch etwas im Wohnmobil. Anschließend schlafen wir dann ein. Papa und Maren haben vor, am nächsten Tag runter in den Grand Canyon zu laufen. Dies wird in allen Führern als sehr anstrengend und zeitraubend beschrieben. Da es mir nicht so gut ging und Mama auch keine Lust hatte, beschlossen wir, daß wir beide erst einmal im Wohnmobil bleiben wollen.

 

12. Tag

Donnerstag, der 17.07.1997

Am nächsten Morgen steht Papa schon früh auf und organisiert alles für den anstrengenden Marsch. Das anstrengendste an dem Marsch ist zweifelsfrei der Aufstieg, bzw. der Abstieg. Wenn man einmal unten ist, ist das Wandern nicht mehr so schwer, als wenn man die Höhenmeter wechselt. Als sie etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt haben, machen sie eine lange Rast im Indian Garden, wo Maren bleibt und Papa bis zum View Point läuft. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zum Colorado. Doch das läßt Papa dann, um Maren nicht zu lange im Indian Garden warten zu lassen, sein. Als sie sich dann zum Rückweg bereitmachen, ist längst noch nicht so viel Zeit verstrichen, wie es oberhalb des Canyon am Rim beschrieben wird. So fangen sie mit dem beschwerlichen Aufstieg an. Währenddessen beschließen Mama und ich, ihnen entgegen zu gehen. Doch auf etwa halber Strecke des Abstiegs kann Mama nicht mehr. Sie meint, sie hat nicht mehr Kondition als dieses Stück wieder herauf zu gehen, womit ich mich dann auch zufrieden gebe. Nach etwa 2 Stunden Wartens sehen wir Papa und Maren das erste Mal. Als sie uns hören können, sind sie überrascht, daß wir sie dort erwarten. Als wir etwas geredet haben, geht es wieder hinauf, was beschwerlicher ist, als es sich anhört. Oben angekommen, sind alle etwas erschöpft und wollen so schnell wie möglich ins Wohnmobil zurück, um dort etwas auszuruhen. Die am Rim angegebenen 12 Stunden für Abstieg und Aufstieg sind doch sehr Übertrieben. Papa und Maren brauchten bei mittlerem Wanderschritt etwa die Hälfte, was nicht übertrieben ist.

Als wir im Wohnmobil uns etwas ausgespannt haben, ein paar Postkarten geschrieben haben, wollen wir am Abend noch in ein am Grand Canyon gelegenes Kino - mit der größten Kinoleinwand der Welt - ,das IMAX Kino, welches nur Naturfilme über Nationalparks bringt. Dieser Film ist über den Grand Canyon und heißt "The Hidden Secrets". Er ist sehr toll und eindrucksvoll gedreht und hinterläßt bei einem so großen Kino einen bleibenden Eindruck. Als auch dieser etwa 30- minütige Film zu Ende ist, fahren wir wieder in den Grand Canyon National Park zurück, was mit dem Golden Eagle Paß sehr einfach und vor allem kostenlos ist. Der Golden Eagle Paß lohnt sich für uns, obwohl der einmalige Preis von 50 Dollars am Anfang sehr abschreckend wirkt. Wenn man aber so eine große Tour, wie wir sie machen, vorhat, lohnt er sich schon. Der Golden Eagle Paß berechtigt den Besitzer dazu, alle National Parks kostenfrei zu betreten und ebenfalls zu verlassen. Wir verbringen eine letzte sehr schöne Nacht im Grand Canyon .

 

13. Tag

Freitag, der 18.07.1997

Am nächsten Morgen verlassen wir den Grand Canyon Richtung Monument Valley. Wir kommen im Monument Valley am frühen Nachmittag an, wo wir als erstes auf dem Campground einen sehr schönen Stellplatz mit Richtung auf "the Mittens" bekommen. Am selben Tag wollen wir noch eine Tour zu diesen Steinen machen. Falls dies nicht klappen sollte, wünscht sich Maren einen Ausritt auf einem Pferd. Dieser Vorschlag wird dann auch von Papa begrüßt. Ich schließe mich diesem an. Nur Mama will nicht reiten. Als wir jedoch die Preise für die Jeep Touren sehen, ahnen wir, daß die Pferde-Touren-Preise etwa auf folgendem Preisniveau liegen, was uns verärgert. Die wirklich unverschämten Preise liegen bei 30 Dollars für 1 Stunde auf dem Pferd reiten, was wir viel zu teuer finden. Als sich Marens Enttäuschung etwas gelegt hat, laufen wir eben ein Stück auf "the Mittens" zu. Von dort schießt Papa ein paar schöne Fotos vom Sonnenuntergang. Sie sehen ungefähr aus wie die Postkarte, die ich erworben habe und die auf der nächsten Seite zu sehen ist.

Am Abend haben wir noch schön gegrillt, als sich plötzlich der Himmel zuzieht und es fast gleichzeitig zu donnern und zu blitzen anfängt. Nach ein paar Minuten zieht das Gewitter weiter, und wir erleben ein etwas anderes Naturschauspiel. Das Gewitter wandert genau so weit, daß es hinter den Felsen ist. Es sieht interessant aus, wie die Blitze immer wieder die schemenhaften Umrisse dieser Felsen preisgeben. Als dieses Spektakel vorbei ist, legen wir uns nach einer gewissen Zeit schlafen.

 

14.Tag

Samstag, der19.08.1997

Am nächsten Morgen wollen wir das Monument verlassen und weiter Richtung Mesa Verde fahren, wo wir uns diese sagenhaften alten Indianerwohnungen besichtigen wollen, die die Indianer vor mehr als 1000 Jahren gebaut haben und darin lebten. Auf dem Weg nach Mesa Verde bleiben wir unweit des Monument Valleys an einigen Indianerständen hängen, wo Papa schließlich für 111Dollars einen Flitzebogen und zwei Dream Catchers (indianische Glücksbringer) usw. kauft. Als wir weiterfahren, halten wir kurz vor Mesa Verde an einem Supermarkt an und kaufen noch dies und das, was am Schluß auch mehr als 100 Dollars kostet. Als wir dann noch an einem Laden vorbeikommen, der Ausverkauf macht und auf alle Ware 30%-60% Reduzierung gewährt, ist unser Geldausgeberausch auf dem Höhepunkt angelangt, denn wir kaufen für etwas weniger als 300 Dollars Hosen, Schuhe, T- Shirts und noch sehr viel mehr, was die Urlaubskasse uns natürlich sehr übel nimmt, denn ca. 500 Dollars sind bei dem Devisenstand von ca.1.90DM 900 DM. Als wir unseren Kaufrausch beendet haben, fahren wir weiter nach Mesa Verde, wo wir einen Campingplatz suchen und auch finden. Am nächsten Tag wollen wir uns eines der drei Gebäude der Indianer anschauen, was sehr interessant zu werden scheint.

 

15. Tag

Sonntag, der 20.07.1997

Als wir um die Mittagszeit am Visitor Center erscheinen, sehen wir, wie eine sehr lange Schlange sich schon außerhalb des Vistor Centers tummelt, um an Eintrittskarten in die Indianergebäude zu gelangen.

Als wir den Eintritt für den Cliff Palace gebucht haben, müssen wir uns noch etwas gedulden, bis unser Führer die Tour um 12:30 Uhr eröffnet. Tom, unser Führer, leitet uns durch den Cliff Palace und erklärt uns alles. Bei der Führung sind auch die Deutschen, die wir schon am Visitor Center getroffen haben. Die Tour ist schon toll, auch wenn ich mir im nachhinein eher eine andere Tour gewünscht hätte, bei der man auch etwas in den Indianerhäusern klettern kann und sie nicht nur von außen beschauen darf. Aber trotzdem ist es ein Erlebnis, was man nicht so schnell vergißt.

Als wir diese Tour gemacht haben, fahren wir weiter in Richtung Durango, etwa 50 Meilen entfernt von Mesa Verde. Als wir dort ankommen, ist es ca. 5 Uhr, und wir suchen als erstes den Bahnhof auf. Er wurde uns von Bekannten empfohlen.

Außerdem wurde uns empfohlen, eine Eisenbahntour zu machen. Diese Eisenbahntour stellt sich als eine Tour mit einer sehr alten Eisenbahn heraus. Die Strecke geht durchs Gebirge in Richtung Silverton. Silverton war früher eine alte Goldgräberstadt, die keine Verkehrsan-bindung besaß. So wurde diese Eisen-bahnlinie gebaut, die durch enge Schluchten und in den Berg gehauen oder gebaut worden ist. Mit dieser Bahn wollen wir fahren. Als wir am Bahnhof ankommen, sind wir doch sehr entsetzt über die Fahrpreise. Sie sind sehr unheimlich hoch. Eine Hin- und Rückfahrt kostet 37 Dollars. So entschließt sich Papa, drei Fahrkarten für morgen für die Hinfahrt zu kaufen, was bedeutet, daß Papa mit dem Wohnmobil nach Silverton fahren wird, um uns dort zu erwarten. Wir übernachten an einem Fluß an einer Schotterstraße.

 

16. Tag

Montag, der 21.07.1997

Am nächsten morgen fährt Papa uns zum Bahnhof, setzt uns ab und verabschiedet sich. Wir fahren drei Stunden durch Gebirge und Täler. Wir haben Sitzplätze in einem Abteil bekommen, welches ein Dach hat, und wir so nicht an der frischen Luft waren. Leider sitzen wir in einem der hinteren Abteile und bekommen so den ganzen Ruß der Lokomotive in die Augen. Dies kommt vor, wenn wir uns herauslehnen, um die wunderbare Natur zu sehen und allerhand Fotos zu schießen, wobei ich -da ich ja keinen Fotoapparat besitze, auf der nächsten Seite eine Postkarte in Schwarz-Weiß aufkleben muß-, was den Eindruck von der Natur sehr schön unterstreicht. Nach drei Stunden (oder anders gesagt 45 Kilometern) laufen wir in den Bahnhof von Silverton ein und werden dort von Papa schon erwartet, der natürlich vor uns in Silverton ist. Silverton ist eine Goldgräberstadt, in der heute keine Bodenschätze mehr abgebaut werden, sondern sich alles auf Touristik eingestellt hat, was zur Folge hat, daß alle Geschäfte und Häuser so wie in einer alten Goldgräberstadt bzw. Westernstadt aussehen. Wäre die Eisenbahnverbindung nicht, wäre Silverton mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ebenso verlassen worden, wie all die anderen Goldgräberstädte, seitdem dort nichts mehr abgebaut wurde. Nachdem wir etwas durch Silverton gebummelt sind, ein paar Steine für ein paar Cents von einem Jungen gekauft haben, wollen wir noch etwas fahren.

Unser Ziel ist diesmal Ouray. Wir fahren durch Bergland-schaften, die uns an die Alpen erinnern und kommen in dieser Stadt an, die heiße Quellen besitzt. In diesen Quellen wollen wir eigentlich baden, entscheiden uns dann aber um und be-schließen, ein Berg-werk zu besichtigen. Dieser Ort erinnert an ein Dorf in der Schweiz, da alles auf Touristik eingestellt ist. So besichtigen wir die Miene, in der Gold und Silber abgebaut wurde. Die Preise sind sehr hoch: Erwachsene müssen11 Dollars bezahlen, was für diese Tour doch recht teuer ist. Dennoch ist es interessant zu sehen, unter welchen Bedingungen die Bergarbeiter arbeiten mußten. Nach diesem Abstechher wollen wir weiter in den Arches National Park. Uns erwartet ein so großer Unterschied zwischen den Bergen mit Wiesen etc. und dem Arches National Park, der in der Wüste liegt, daß wir es kaum glauben können. Am späten Abend halten wir kurz vor dem Arches National Park an und beschließen dann, am Colorado auf einem sehr kleinem Campground mit nur ca.10 Stellplätzen zu übernachten.

17.Tag

Dienstag, der 22.07.1997

Papa ist schon sehr früh am Eingang des Arches National Parks, um einen Platz auf dem Campground zu ergattern, was in den großen Nationalparks immer sehr schwierig ist, da natürlich eine rege Anfrage besteht. Doch wir haben Glück und bekommen einen Platz zugesichert. Wir können diesen aber erst ab 10:00 Uhr belegen, da um diese Uhrzeit die Campingplätze geräumt werden müssen. So statten wir den Windows Sections einen Besuch ab. Der Ausblick auf die Arches ist einfach toll, wobei mir der Double Arch besonders gefällt. Auf dem schönsten Campingplatz Amerikas (O-Ton von Grundmann) lassen wir es uns richtig gutgehen. Auf dem Weg zum Sand Dune Arch treffen wir - nun zum zweitenmal- das deutsche Paar, dem wir schon im Mesa Verde National Park begegnet sind.

Als wir von diesem Arch wieder zurückkommen, zieht plötzlich ein Unwetter auf, was Papa aber nicht abschrecken kann, den Devil’s Garden zu besichtigen. Als er ein paar Stunden später mit Regentropfen begleitet wieder zum Wohnmobil zurückkommt, haben wir schon zu Abend gegessen, da wir nicht damit gerechnet haben, daß er so lange im Devils Garden bleibt.

 

18. Tag

Mittwoch, der 23.07.1997

Am nächsten Morgen schlafen wir erst einmal richtig aus und werden erst um ca. 11.00 Uhr wach. Papa hat uns für diesen Tag etwas Besonderes versprochen, und so sind Maren und ich sehr gespannt. Papa fährt aus dem Arches Park heraus in Richtung Moab, wo auf der Strecke ein Schild den Butch Cassidy Waterpark ankündigt. So fahren wir diesen kleinen Hügel hinauf. Als wir dann den Wasserpark sehen, wissen Maren und ich natürlich sofort, was die Überraschung ist und rasen erst einmal zum Info-Stand. Das Bad ist noch sehr neu. Mama hat keine Lust mitzukommen und bleibt lieber im Wohnmobil, um zu lesen. So stürmen wir drei dann das Bad und gleiten als erstes eine der drei tollen Rutschen herunter. Es ist sehr heiß, da wir gerade etwa 12:00 Uhr haben, und so kommt uns diese Erfrischung sehr zugute. Nach etwa 3 1/2 Stunden kommen wir wieder aus dem Wasserpark heraus und essen erst einmal den von Mama vorbereiteten Nudelsalat.

Dann geht’s zurück in den Arches National Park, wo wir vorhaben, den Delicate Arch zu besichtigen. Wir erwischen zwar eine tolle Abendstimmung mit Sonnenuntergang, kommen aber nicht weit genug an den Bogen heran, da wir noch eine 1/2 Stunde laufen müßten, wozu wir keine Zeit haben. Wir haben nämlich für den Abend noch etwas vor.

Nachdem wir aus der Entfernung noch einmal den Delicate Arch bewundert haben, fahren wir wieder aus dem Arches Park heraus in die Stadt Moab, wo wir an einem Westernabend teilnehmen. An jedem Abend macht eine Western-Gruppe Countrymusik für Touristen. Die Gruppe heißt: Bar- M- Wranglers. Es gibt einen Zeitplan, der so lautet:

 

1. 19:30 Uhr Schießerei

2. ab 19:45 Uhr Westernabend mit Musik und echtem Wild-West-Essen

3. Ende um ca. 22:00 Uhr.

 

Es ist ein sehr lustiger Abend, an dem selbst Countrymusikfeinde, wie ich einer bin, ihren Spaß haben. Wir sitzen an einem 12er Tisch mit einem netten älteren Ehepaar aus Milwaukee, einem Paar aus New York City und einer holländischen Familie. Es ist ein gelungener Abend, an dem selbst die zahlreichen Mücken nicht stören. Als der Abend zu Ende ist, kaufen wir noch ein Tape von den Bar-M- Wranglers und fahren dann zurück auf unseren Campingplatz im Arches Nationalpark.

 

19. Tag

Donnerstag, der 24.07.1997

Am nächsten Morgen fahren Papa, Mama und ich noch einmal zum Devil’s Garden, um, während Maren noch schläft, noch ein paar Arches zu besichtigen, die bisher nur Papa gesehen hat und die Mama und ich uns nicht entgehenlassen wollen. Als wir nach etwa einer 1/2 Stunde wieder am Wohnmobil ankommen, sind wir wieder um ein paar tolle Erinnerungen reicher.

Dann fahren wir zum von Klaus und Co. Zimmermann wärmstens empfohlenen Dead Horse Point in die Canyondlands. Wir bekommen eine Wahnsinnskulisse zu sehen. Wir erblicken den Colorado, wie er sich meilenweit am Dead Horse Point vorbeischlängelt. Doch es wird auf dem Dead Horse Point noch einmal etwas gefährlich, als ich mich auf die oberschenkelhohe Mauer setze und nicht auf den Abgrund schaue, sondern nur auf die Kamera. Als das Foto gemacht ist, gucke ich kurz nach unten und bekomme einen großen Schrecken, da ich plötzlich bemerke, daß ich an einem Abgrund sitze und drohe hinunterzufallen. Ich bin nämlich nicht ganz schwindelfrei. Aber es passiert zum Glück nichts.

Nach dem Dead Horse Point bzw. den Canyonlands fahren wir einige hundert Meilen weiter in Richtung Salt Lake City, wo wir nach der Ankunft einen kleinen Stadtbummel machen wollen. In Salt Lake City sehen wir die wohl größte Kirche, die in der Neuzeit gebaut wurde. Allerdings erinnert diese Kirche mehr an ein Hochhaus, in dem eine Versicherung ihre Hauptstelle hat. Dieses Haus könnte auch gut in der Wall Street liegen.

Als wir ein wenig die Stadt erkundet haben, fahren wir weiter zu unserem eigentlichen Hauptziel dieses Tages. Gemeint ist hiermit der Great Salt Lake. Als wir Antilope Island über einen Damm erreichen, ist der späte Nachmittag schon fast vorbei, und wir müssen uns beeilen, wenn wir noch im Great Salt Lake schwimmen wollen, ohne von den Mücken zerstochen zu werden. Doch wir finden noch rechtzeitig einen schönen Badestrand. Antilope Island ist eine Insel im Great Salt Lake, die durch eine aufgeschüttete Straße mit dem Festland verbunden ist.

Auf dieser Insel leben (wie der Name vermuten läßt) Antilopen in freier Wildbahn.

Wir beschließen, auf dieser Insel zu übernachten, da die Preise sehr günstig sind und weil es schon fast Abend ist. So baden wir in ca. 20 % Salzanteil im Wasser, was sehr viel Spaß macht.

Nachdem wir am nächsten Morgen das Visitor Center verlassen haben, geht es weiter in Richtung Yellowstone Nationalpark, der einer der Höhepunkte unserer USA Reise werden soll. Wir brechen schon früh auf, um spät abends dort anzukommen. Wir fahren am Bear Lake vorbei, der sehr schön ist und der viele Wassersportarten zuläßt. Doch dort machen wir nur kurz Halt, um den Tank voll zu tanken. Danach geht es sofort weiter, da wir die Hoffnung haben, im Yellowstone vielleicht doch noch am Abend einen der begehrten Campingplätze zu ergattern, was dadurch möglich ist, daß am Abend die Plätze frei werden, die schon im Voraus gebucht sind und nicht besetzt werden. Und wir haben dieses Glück und bekommen einen Campingplatz nach unserer Ankunft im Yellowstone National Park. Es herrscht selbst im Sommer im Yellowstone ein relativ kühles Klima, so daß wir unsere Heizung in der Nacht anstellen müssen.

 

 

21. Tag

Samstag, der 26.07.1997

Unser erster Tag im Yellowstone verläuft sehr informativ, und wir sehen eine Menge Tiere, wie z.B. viele Büffel, Elche, Hirsche und sogar aus der Ferne einen kleinen Bären, der aber nicht unser letzter sein soll! Wir sehen so interessante Sehenswürdigkeiten wie den Old Faithful Geyser, Mud Volcano u.v.a.. Eines haben jedoch alle Geysire gemeinsam: Sie stinken nach faulen Eiern bzw. nach Schwefel.

Leider ist in den 80er Jahren die Hälfte des Waldbestandes abgebrannt Sogar das Yellowstone Valley war bedroht, was auf der nächsten Seite verdeutlicht wird. Dann fahren wir noch zu den Mammoth Hot Springs, eines der Höhepunkte unserer Rundfahrt. Der eigentliche Höhepunkt ereignet sich jedoch auf der Rückfahrt. Dort erleben wir nämlich einen Bären, der sich sehr nahe an all die Kameras herantraut, was von der Menschenmasse dankbar als Fotomotiv angenommen wird. Am Abend gehen wir zu einem der in fast jedem Nationalpark vorkommenden Campfire, wo ein Ranger Dias auf einer riesigen Leinwand zeigt. Es ist sehr eindrucksvoll, da der Ranger persönliche Informationen an die Zuschauer weitergibt.

 

 

22. Tag

Sonntag, der 27.07.1997

Wir schlafen lange aus, bevor wir noch ein bißchen den Yellowstone National Park erkunden wollen. Wir sehen noch sehr viele Tiere, wie z.B. Moose, Koyoten u.v.m. Am Abend fahren wir dann noch zum Pelicane Creek, wo wir zwar keine Pelikane sehen, dafür aber einen super Sonnenuntergang, garniert mit einem sehr schönen Abendessen am Yellowstone Lake. Nach dem Essen fahren wir wieder zurück zu unserem Campingplatz.

 

23. Tag

Montag, der 28.07.1997

Wir treten schon sehr früh die Reise nach Westen (sprich: Reno und San Francisco)

an. Als wir den Yellowstone Park verlassen haben, eröffnet sich uns wieder die Realität, die aus Kommerz, Kommerz und nochmal Kommerz besteht. Wir sehen neben McDonalds usw. aber auch etwas Erfreuliches, nämlich ein Imax Kino, das einen Film über den Yellowstone National Park zeigt. Um 10:00 Uhr geht es dann in unser zweites Imax Kino, welches mindestens genauso gut wie das im Grand Canyon ist. Erstaunlicherweise ist das Kino um 10:00 Uhr schon ziemlich gut besucht. Die Postkarte zeigt einen Ausschnitt aus dem Kinofilm, der sehr realitätsnah gedreht ist.

Nachdem wir das Imax Kino hinter uns gelassen haben, treten wir den sehr langen Weg nach Reno (unserem Tagesziel) an. Wir schaffen jedoch nicht den ganzen Weg von ca. 1000 Kilometern, sondern halten ein paar Kilometer vor Reno an und finden einen schönen Stellplatz für die Nacht. Bevor wir an unseren Nachtstellplatz ankommen, machen wir noch einen Abstecher in den Craters of the Moon National Monument Park. Dort haben schon Neill Amstrong und Co. für die Landung auf dem Mond geübt, da das National Monument der Oberflächenstruktur des Mondes sehr nahe kommt. Nachdem wir das Visitor Center besucht haben, fahren wir etwas durch den Park, wobei der leichte Nieselregen zur Stimmung des Parks passt. Die Postkarte verdeutlicht dieses.

Nach diesem Abstecher geht es weiter zum schon beschriebenen Platz vor Reno, wo wir eine ruhige Nacht vor einem Golfplatz verbringen.

 

 

24.Tag

Dienstag, der 29.07.1997

Wir erreichen Reno nach einer gewissen Zeit und gehen dort in das Casino Circus-Circus, das uns auch in Las Vegas mit am besten gefallen hat, da es eines der erschwinglichsten Casinos ist und es ebenfalls eine große Kinderabteilung bietet. Im Circus-Circus Casino (ver-)spielen wir als erstes ein paar Dollars, um uns danach im hotel- und casinoeigenen Restaurant den Magen im wahrsten Sinne des Wortes vollzuschlagen. Dort wird nämlich das uns schon aus Las Vegas bekannte All-U-Can Eat Meal angeboten, was wir dankbar annehmen. Obwohl Reno auch als "kleine Schwester" von Las Vegas betitelt wird, kann insgesamt eigentlich nur von einem schlechten Abklatsch von Las Vegas die Rede sein.

 

Nach dem Reno-Zwischenstop geht es dann weiter. Erst nach Carson City, welches die Hauptstadt von Nevada ist, dann, nachdem wir in Carson City kein RV Center mehr gefunden haben, welches uns den schon längst nötigen Ölwechsel macht, nach Minden, wo wir eine Tankstelle finden, die uns den Ölwechsel macht. Mit Minden ist nicht das Minden in Westfalen gemeint, sondern eine wahrscheinlich von aus Minden kommenden Deutschen Emigranten gegründete Stadt, die ein paar Meilen von Carson City entfernt ist.

Nachdem wir den Ölwechsel hinter uns gebracht haben, fahren wir weiter in Richtung Mono Lake. Um an den Mono Lake zu gelangen, müssen wir jedoch von Nevada nach Kalifornien. An der Grenze erwartet uns eine regelrechte Grenzstation. Wir gucken recht verdutzt, als uns eine Blondine in eine Art Nebenspur einweist und dann später auch noch unser Wohnmobil betritt, um im Kühlschrank nachzugucken, ob wir auch keine "Fremdkörper" nach Kalifornien einführen. Nach dieser "Kühlschrankkontrolle" fahren wir dann weiter in Richtung Mono Lake, den wir am späten Abend ereichen. Da wir keinen anderen Stellplatz finden, stellen wir uns vor den abseits gelegenen Friedhof. Dort verbringen wir eine sehr ruhige Nacht.

 

 

25. Tag

Mittwoch, der 30.07.1997

Als erstes besuchen wir das sehr, sehr schöne Visitor Center des Mono Lake, das einerseits einen sehr interessanten und attraktiven Baustil vorweisen kann, andererseits aber auch mit einer Menge Informationen gespickt ist. Es ist das nach meiner Ansicht beste Visitor Center unserer Reise und berichtet über die großen Probleme des Mono Lake, die vor allen Dingen darin bestehen, daß die Zuflüsse des Mono Lake, die kein Salz im Wasser vorweisen, angezapft werden. Dies wir von der Metropole Los Angeles verursacht, die fast den gesamten Trikwasservorrat aus dem Mono Lake und Umgebung bezieht.So sinkt der Wasserspiegel immer mehr, was zur Folge hat, daß die geisterähnlichen Kalkgebilde, die eigentlich unter Wasser sein müßten, aus dem Wasser steigen, wie die auf der nächsten Seite aufgeführte Postkarte deutlich macht. Das dieses Visitor Center einen gewissen Eintritt verlangt, ist nur allzu logisch. Doch da wir den Golden Eagle Paß besitzen, können wir dieses tolle Visitor Center umsonst besichtigen. Nachdem wir auch noch den Mono Lake selbst besichtigt haben, geht es dann weiter in Richtung Yosemite Park.

Als wir den Tioga Paß passiert haben, haben wir einen wunderbaren Blick über den vor uns liegenden Yosemite Park. Als wir schließlich im Yosemite Park selbst angekommen sind, stoßen wir bald auf einen großen Wald mit Sequoia Riesen-bäumen. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht nehmen und machen einen langen Spaziergang durch diesen Wald, was bedeutet, daß wir den Seqoia National Park

auf unserer Tour nicht mehr besichtigen werden. Dies wiederum bedeutet, daß wir einen Tag länger in San Francisco bleiben können, was mich besonders freut, da wir endlich die Zeit haben, eine amerikanische Großstadt zu besichtigen. Nachdem wir diesen Abstecher beendet haben, geht es weiter in Richtung Yosemite-Valley.

Im Yosemite Tal angekommen, kommt es uns vor, als wären wir schon in San Francisco, da uns eine Horde von Touristen begegnet. Das Yosemite Tal besteht aus einem Supermarkt, einem Sportartikelgeschäft, einem Restaurant u.v.m..

Danach schauen wir uns alle Sehenswürdigkeiten des Yosemite Parks an, der eine sehr schöne Natur bietet, wobei aber dieser Eindruck sofort wieder verschwindet, wenn man die Menschenmassen sieht, die zu den Sehenswürdigkeiten strömen. Die Sehenswürdigkeiten bestehen aus Mariposa Grove of Big Trees, Glacier Point, Tulumne Meadows, the Pioneer Yosemite History Center in Wawona, die vielen Tiere und vor allem aus den Gesteinsformationen und die Upper und Lower Falls im Yosemite Valley, wie man auf der Postkarte sehen wird. Doch uns stören bei diesen Attraktionen die Menschenmassen, die z.T. aus amerikanischen Touristen bestehen, die meist aus dem nahe gelegenen San Francisco kommen oder aus Franzosen, Japanern, Chinesen, Deutschen und Engländern. Natürlich sind nicht nur die aus den genannten Ländern angereisten Menschen da, sondern es ist eine "Multi-Kulti-Gesellschaft." Anschließend gehen wir auf die Suche nach einem Stellplatz, da die richtigen Campingplätze alle ohne eine Chance voll sind. Da im Frühling eine Überschwemmung auf einem der Bungalowplätze war, hat die Yosemiteleitung diesen Platz als Abstellplatz für Campingmobile ausgewiesen, damit die anderen Plätze für Autos entlastet werden. So stellen wir uns in eine Ecke und übernachten ruhig.

 

26.Tag

Donnerstag, der 31.07.1997

Bei exakt 10.000 Meilen halten wir an einer Badebucht an, um uns dort zu erfrischen, was angesichts der Temperaturlage gar nicht nötig gewesen wäre (ca.20 Grad). Dieser Fluß stellt sich als Gebirgsfluß heraus, der nur etwa 2 Meter tief ist. Doch ist er sehr kalt, wobei er nicht weit von seiner Quelle sein kann. Wir schätzen, daß das Wasser etwa15 Grad hat. Nach dieser Abkühlung geht es weiter mit dem Ziel San Francisco.

Da ein für San Francisco sehr angenehmes Klima herrscht, können wir ohne eine Jacke das Wohnmobil verlassen, das wir auf einem nur etwa 2 Minuten von dem CBD (Central Business District) gelegenen Campingplatz für sündhaft teures Geld (ca.70 Mark pro Nacht) geparkt haben. Nun beginnt für uns das Abenteuer "Stadt" in Amerika. Wir liegen dank der günstigen Lage direkt an der Market Street, wo sich gleich die ganze Vielfalt von San Francisco offenbart. Hier treffen sich zwangsläufig Drogenabhängige, Bettler, Penner, Bankiers, Börsenmakler, etc. Da das Klima sehr günstig ist, können wir die Golden Gate Bridge in dem Zustand sehen, wie sie auf der Postkarte auf der nächsten Seite gezeigt wird.

Noch am selben Tag begeben wir uns in ein sehr vornehmes Hotel, in dem wir bis in den 23.Stock kommen, um von dort eine phantastische Übersicht über San Francisco zu gewinnen. Diese Übersicht wird jedoch von dem Personal einer Cocktail-Gruppe gestört, die uns anweist, wieder nach unten zu fahren, da es sich um eine geschlossene Gesellschaft handelt.

Nach diesem Erlebnis laufen wir noch zum Planet Hollywood, wo z.B. auch schon Arnie, Johnny Depp etc. waren.

Danach genießen wir den Hafen bei Abendlicht, um dann ins Chinesenviertel zu gelangen, wo die Geschäfte länger geöffnet sind. Nach einem McDonald’s Burger geht es zurück zum Wohnmobil, wo wir um ca. 24 Uhr ankommen und sofort einschlafen.

 

 

27.Tag

Freitag, der 01.08.1997

Wir schlafen ziemlich lange und nehmen dann den zweiten Teil von unserer San Francisco Tour in Angriff. Für heute haben wir uns ein Busticket für einen Tag gekauft, welches wir auch zu nutzen gedenken.

Als erstes fahren wir zur Fischerman's Wharf, welche die Touristenmeile in San Francisco ist. Dort schauen wir uns das Treiben von Straßenmusikern, Bettlern, Zeichnern und Punks an, die alle etwas verkaufen wollen. Die Punks bieten ein Foto an, auf dem sie zu sehen sind. Außerdem gibt es am Fisherman's Wharf sehr viele (kitschige) Andenkenläden, die allerhand über San Francisco anbieten (meist made in China).Doch dann fährt uns der Schrecken mächtig in die Glieder, als wir eine phänomenale Schlange vor dem Ticketverkauf für Fahrten zu der Gefängnisinsel Alcatraz sehen, die wir uns gerne angesehen hätten. Doch auch mit der telefo-nischen Bestellung klappt es nicht, und so müssen wir diese Idee verwerfen. Doch dafür gehen wir in eine Art Schiffsmuseum, das alte Schiffe ausstellt. Wir kommen kostenlos mit unserem Golden Eagle Pass hinein.

Danach geht es zu unserem eigentlichen Tagesziel, der Golden Gate Bridge. Dort mit dem Bus angekommen, erkunden wir erst einmal die Lage am Imbißstand, der uns aber überteuert vorkommt. Dann laufen wir auf der Golden Gate Bridge ein bißchen herum, haben aber nach der Hälfte der Strecke keine Lust mehr und drehen um. Als wir wieder von der Golden Gate Bridge herunterkommen, entdecken wir einen ruhig scheinenden Stellplatz unter der Golden Gate Bridge.

Danach besichtigen wir noch einen Andenkenladen, der wegen Überfüllung hätte geschlossen werden müssen. Nach der Golden Gate Bridge geht es zurück zu einer Cable Car Station, wo wir die Glücklichen sind, die sehr schnell in eine Cable Car kommen. Dann lassen wir uns über die hohen Hügel San Franciscos fahren, um später eine Pause an der Lombard Street zu machen, wo z.B. der Film "Is was Doc?" gedreht wurde. Diese Straße soll die Straße mit den meisten Kurven auf der Welt sein. Danach geht es weiter in Richtung Market Place, wo wir schließlich auch landen. Dann kaufen wir noch einige Souvenirs, wie z.B. CD's in einem Riesen-CD-Laden.

 

 

28.Tag

Samstag,der 02.08.1997

Nach einer ruhigen Nacht geht es auf zum Exploratorium, einer physikalischen Ausstellung, die viele Naturereignisse erfaßt und erklärt. Aber auch solche Sachen wie die Erklärung und der Aufbau eines Kuhauges, das für diesen Zweck aufgeschnitten wird oder der Herzschlag einer Heuschrecke. Diese Ausstellung besichtigen Mama, Maren und ich, während Papa noch einmal versucht, Karten für Alcatraz zu bekommen. Nach ca. 2 Stunden verlassen wir die Ausstellung und fahren zur Fisherman’s Wharf, wo wir Papa nach einer gewissen Weile treffen. Papa hat bei den Karten kein Glück, hat aber bei einem NFL-Shop ein paar Klamotten gekauft. So gehen wir noch einmal zu diesem Geschäft, und ich kaufe mir dort auch noch ein paar Sachen. Dann gehen wir noch etwas herum. Anschließend besuchen wir noch einmal ein großes Kino, welches zwar nicht so groß ist, wie das IMAX Kino, das aber dennoch eine imposante Größe vorweisen kann. Der Film handelt ausschließlich von San Francisco. Er ist sehr schön. Das Kino heißt übrigens CINEMAX.

Später bummeln wir noch etwas durchs Chinesenviertel. Nach diesem Pflaster-tretetag geht es dann zurück zum Wohnmobil. Wir verlassen den teuren Campingplatz und suchen einen Platz in einem kostenlosen Recreation Center unterhalb der Golden Gate Bridge auf, wo wir anschließend noch etwas spielen.

Aber da war doch noch etwas ? - Genau, denn um Punkt 0:00 Uhr gratulieren wir Papa zu seinem 45.Geburtstag. Dann geht’s in die Heia.

 

29.Tag

Sonntag, der 03.08.1997

Um ca. 9:00 Uhr weckt uns ein lautes Pochen auf, da wir, wie wir dann erfahren auf einer National Recreation Area stehen, auf der Camping, wie uns der sehr freundliche Cop hinweist, nicht erlaubt ist. Bis auf weiteres wünscht er uns noch schöne Ferien.

Anschließend joggen Maren und Papa in Richtung Golden Gate Bridge, die jedoch noch weit entfernt ist. Nachdem sie wieder angekommen sind und Maren ihre Schürfwunden, die sie bei einem Sturz erlitten hat, verarztet bekommen hat, verlassen wir San Francisco und fahren wir auf dem Highway No. 101 zur San Andreas Spalte.

Dort angekommen, besichtigen wir diese kaum sichtbare Spalte und begehen dann den dazugehörenden Trail.

Nach diesem Spaziergang fahren wir weiter nach Monterey. Auf der uns entgegenkommenden Straße ist ein Stau von ca. 10-20 Km Länge. Dann besichtigen wir ein bißchen Monterey und begehen am Abend die Fisherman’s Wharf, die allerdings wie fast überall zur Touristenmeile verkommen ist.

Zuletzt suchen wir uns einen Parkplatz und übernachten dort.

 

30. Tag

Montag, der 04.08.1997

Wir starten am frühen Morgen, um zum weltberühmten Aquarium von Monterey zu gelangen. Dort angekommen, können wir uns von der Imposanz dieses Aquariums überzeugen. Es zeigt vor allem die Meeresbewohner im Umfeld von Monterey. Nachdem wir ca. 3 Stunden dort verbracht haben, geht dann unsere Tour an der Küste weiter. Wir fahren auf dem Highway No.1 und bestaunen die vielseitige Küste von Monterey nach Santa Babara.

Nach ca. 100 Meilen kommen wir am Pismo Beach an Es ist bereits 19:00 Uhr. Beim Pismo Beach kann man auf festem Sand stehen. Leider stören die Beach Buggys unsere Ruhe etwas. Diese Buggys dürfen offiziell auf dem Stand herumfahren.

Da es hier so toll ist, beschließen wir, nicht nach San Diego in Südkalifornien zu fahren und logischerweise so einen zusätzlichen Tag hier am Pismo Beach zu verbringen.

Maren und Papa stürzen sich erst einmal in die ca. 1-2 Meter hohen Wellen, die zwar kalt sind, aber doch nicht zu kalt zum Schwimmen. Wir spielen noch etwas am Abend und schlafen dann bei Meeresrauschen ein.

 

31.Tag

Dienstag, der 05.08.1997

Nachdem wir gefrühstückt haben, machen Papa und ich einen ausgedehnten Strandspaziergang, der damit endet, daß wir eine Pferdeverleihfirma finden, wo man für ca. 20 Dollars ausreiten kann. Dann gehen Papa und ich wieder zurück und berichten von unseren Erlebnissen. Maren ist natürlich Feuer und Flamme, als sie hört, daß man hier reiten kann und nervt uns damit den ganzen Abend lang.

Genug gefaulenzt. Wir beschließen den Tag, indem wir uns vornehmen, am nächsten Morgen auszureiten.

 

32.Tag

Mittwoch, der 06.08.1997

Unser heutiges Tages Ziel heißt Santa Babara. Als wir nach unserem Strandausritt die Reise fortsetzen, werden wir plötzlich von einem Polizeiauto mit Sirene angehalten. Der Grund dafür ist, daß Papa statt erlaubten 25 mph 43 mph gefahren ist. Doch als die Polizisten merken, daß wir Ausländer sind, lassen sie uns ohne eine sonst zweifellos hoch gewordene Rechnung weiterfahren.

Weiter geht’s in Richtung Santa Babara, wo wir mit erlaubter Geschwindigkeit schnurstracks das berühmte Kloster anpeilen und auch besichtigen. Nach diesem lohnenswerten Abstecher benutzen wir einen "Scenic Drive", welcher eine Stadttour durch Santa Babara darstellt, bei der man Schildern nachfahren muß, die einen zu besonderen Punkten Santa Babaras leiten. Nach dieser Tour fahren wir noch etwas an der Strandpromenade entlang. Am Abend brausen wir dann zu einem National Forest, wo man für 8 Dollars stehen kann. Dort bekommen wir ein schönes Plätzchen.

Wir kommen schnell in Kontakt mit einer amerikanischen Familie. Sie lädt uns zum Marshmallowrösten ein. Wir erzählen von den Unterschieden zwischen Amerika und Deutschland, was die Familie sehr interessiert. Nach diesem Plausch gehen wir in unsere Wohnmobil zurück und schlafen bald ein.

 

33.Tag

Donnerstag, der 07.08.1997

Unser Tag ist sehr schnell verlebt. Nachdem wir Santa Babara passiert haben, geht’s auf in Richtung Los Angeles, wo wir einen Campingplatz am Malibu Beach aufsuchen, auf dem wir uns auf unsere bevorstehende Heimreise (bzw. den Flug) vorbereiten wollen. Der Platz ist wunderschön, aber auch nicht billig. Wir springen noch einmal in den Pazifik, der in Hochform ist und ca. 3 Meter hohe Wellen uns um die Ohren haut. Das Wasser ist relativ warm.

Anschließend suchen wir sehr lange nach einer Tankstelle mit Staubsauger, um unser Wohnmobil zu säubern. Dies braucht so seine Zeit, und so haben wir nicht mehr viel Zeit, um Downtown zu erkunden. Auf unserer Rückreise zu unserem Campingplatz kommen wir in den wohl größten Stau unseres Lebens, da wir in der Rush Hour sind und auf der jeweils 5-spurigen Autobahn nichts mehr geht.

Doch irgendwann kommen wir, von einem Hamburger gestärkt, wieder auf dem Campingplatz an.

Am Abend geht es nur noch ums Packen unserer ca. 700 Sachen und ums Putzen des Wohnmobils. Nach dieser Prozedur schlafen wir schnell ein. In Gedanken sind wir alle schon auf dem Rückflug, der genau wie der Hinflug ca. 9 1/2 Stunden bis Amsterdam dauern wird, dann zwei Stunden Wartezeit, bis wir schließlich mit Zwischenlandung in Paderborn nach noch etwa 50 Minuten in Dortmund ankommen werden.

 

 

34. Tag

Freitag, der 08.08.1997

Da unsere Maschine erst um 17.00 Uhr losfliegt, können wir uns Zeit lassen, was sich später jedoch als Fehler erweist. Wir fahren pünktlich von unserem Campingplatz ab, um in den Stadtbezirk "El Monte" zu gelangen. Doch in El Monte angekommen, finden wir plötzlich die Verleihfirma nicht mehr. Nach etwa 20 Minuten rufen wir von einer Tankstelle aus die kostenlose Firmenhotline an, wo uns ein freundlicher deutsch mit bayrischem Akzent sprechender Amerikaner den Weg beschreibt. Er teilt uns mit, daß die 20 Minuten nichts ausmachen. Als wir bei der Firma ankommen, geht der Streß aber erst richtig los, da wir in einem Höllentempo unsere restlichen Taschen packen müssen, die wir während unseres Urlaubs bei der Verleihfirma gelassen haben. Mama wirft nur noch die Klamotten in die Taschen, da wir sonst das kostenlose Shuttle zum Flughafen nicht mehr benutzen können.

Doch zum Glück steckt der Fahrer im Stau, und die Abfahrt verzögert sich um ca. 1 Stunde. Als wir alle Sachen gepackt haben, wird unser Wohnmobil auf Macken inspiziert. Hierbei müssen wir noch einmal zittern, daß sie unsere zwei Macken nicht finden, die wir im Laufe der Ferien verursacht haben. Doch wir haben Glück, und es wird nichts gefunden.

Und dann kommt auch schon unser Shuttle, das uns zum Flughafen transportiert, wo wir in einer langen, langen Schlange unser Gepäck abgeben müssen. Im "Duty-Free-Bereich" essen wir unser letztes Burger-King-Menu, um dann im äußerst mickrigen Duty Free Shop noch Zigaretten und Schnaps für Freunde einzukaufen. Um ca. 16:30 steigen wir in unser Flugzeug, in dem uns eine harte Nacht erwartet.

Und endlich: das Flugzeug hebt ab, und wir können diesen Streßtag mit Fernsehgucken betäuben.

 

35.Tag

Samstag, der 09.08.1997

Nach einer schier endlos scheinenden Nacht und ca.15 Minuten Schlaf landen wir um ca.12:00 Uhr mittags in Amsterdam, wo wir uns sehr viel Zeit lassen können, da unsere Anschlußmaschine erst um ca. 15:00 Uhr nach Dortmund abfliegt. So krebsen wir todmüde durch den Amsterdamer Flughafen. Nach endlos wirkenden 3 Stunden geht es dann endlich in Richtung Dortmund los. Doch eine Zwischen-landung in Paderborn müssen wir noch durchmachen, um dann endlich Dortmund zu erreichen, wo uns Opa schon mit D.J. erwartet. Nachdem wir unser Gepäck verstaut haben, geht es auf der Autobahn schnurstracks in Richtung Meschede. Dort kommen wir nach ca. 1 Stunde an und verbringen noch einen schönen Nachmittag mit Opa. Um 20:00 Uhr fallen wir dann völlig erschöpft in die Federn und beenden damit den letzten Tag unseres Abenteuers Amerika.

 

Ende         

Zurück zur Homepage


Mitglied des Webrings '1001 Reiseberichte aus aller Welt auf deutsch'
Mehr Besucher auf Ihrer Seite!


Wollen Sie beim Webring mitmachen?